Zauberpilze.net Giftnotruf

Bestimmungstrainer 8 Runden DE, AT, CH

Zauberpilze bestimmen und warum man so leicht danebenliegt

Acht Funde, acht Fundnotizen, je vier Antworten. Die Bilder sind Illustrationen und keine Bestimmungsfotos. Genau darum geht es: Mit Bild und Stichworten liegt man schnell daneben.

  1. Illustration: drei schlanke braune Pilze mit spitzem Hut und dünnem, welligem Stiel im kurzen Gras
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 1 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    Schafweide, kurzes Gras, Oktober
    Hut
    0,5 bis 1,5 cm, spitz mit kleiner Papille
    Stiel
    sehr dünn, elastisch, kein Ring
    Sporenpulver
    dunkel purpurbraun
    1. Heu-Düngerling
    2. Spitzkegeliger Kahlkopf
    3. Erdblättriger Risspilz
    4. Gezonter Düngerling
    Auflösung zeigen

    psilocybinhaltig

    Spitzkegeliger Kahlkopf Psilocybe semilanceata

    Woran man ihn erkennt. Spitzer Hut mit Papille, kein Ring, dunkel purpurbraunes Sporenpulver und der Standort im Weidegras passen zum Spitzkegeligen Kahlkopf. Auf denselben Wiesen wachsen aber Düngerlinge und andere kleine braune Arten, die sich oft erst mit Lupe und Mikroskop sicher trennen lassen.

    Warum das zählt. Enthält Psilocybin und fällt in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter das Betäubungsmittelrecht. Wer ihn pflückt, besitzt in Deutschland bereits ein Betäubungsmittel.

  2. Illustration: drei kleine braune Pilze mit halbrundem Hut auf einem frisch gemähten Rasen
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 2 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    frisch gemähter Rasen, Sommer
    Hut
    1 bis 3 cm, halbglockig, ohne spitze Papille
    Lamellen
    braun und schwarz gesprenkelt
    Sporenpulver
    dunkelbraun
    1. Spitzkegeliger Kahlkopf
    2. Gift-Häubling
    3. Heu-Düngerling
    4. Pholiotina rugosa
    Auflösung zeigen

    kein Speisepilz, Wirkstoff umstritten

    Heu-Düngerling Panaeolina foenisecii

    Woran man ihn erkennt. Der Heu-Düngerling ist der häufigste kleine braune Pilz auf Rasenflächen und erscheint oft kurz nach dem Mähen. Die gesprenkelten Lamellen und der stumpfe Hut ohne Papille unterscheiden ihn vom Spitzkegeligen Kahlkopf.

    Warum das zählt. Psilocybin wurde nur in einzelnen Funden aus Nordamerika nachgewiesen, seine Wirkung ist umstritten. Er zeigt vor allem, wie viele kleine braune Pilze auf einem gewöhnlichen Rasen stehen.

  3. Illustration: ein Büschel honigbrauner Pilze mit faserigem Stiel und Ringzone auf Holzhäcksel
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 3 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    Rindenmulch und morsches Holz, September
    Hut
    bis 4 cm, honig- bis ockerbraun
    Stiel
    silbrig längsfaserig, faserige Ringzone
    Sporenpulver
    hell- bis rostbraun
    1. Blauender Kahlkopf
    2. Gift-Häubling
    3. Gezonter Düngerling
    4. Spitzkegeliger Kahlkopf
    Auflösung zeigen

    tödlich giftig, Amatoxine

    Gift-Häubling Galerina marginata

    Woran man ihn erkennt. Ringzone, silbrig längsfaseriger Stiel und rostbraunes Sporenpulver sprechen für den Gift-Häubling. Ein Kahlkopf hätte dunkel purpurbraunes Sporenpulver.

    Warum das zählt. Enthält Amatoxine, dieselbe Giftgruppe wie im Grünen Knollenblätterpilz. Die ersten Beschwerden kommen erst nach Stunden, dann ist die Leber bereits angegriffen. Er wächst auf Holz und Mulch in Parks und Beeten und kann direkt neben dem Blauenden Kahlkopf stehen.

  4. Illustration: drei karamellbraune Pilze mit welligem Hutrand und blaugrün verfärbter Stielbasis auf Holzhäcksel
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 4 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    Holzhäcksel in einem Parkbeet, November
    Hut
    1,5 bis 5 cm, im Alter stark wellig
    Stiel
    weißlich, blaugrün an Druckstellen
    Sporenpulver
    schwarzbraun bis purpur
    1. Gift-Häubling
    2. Spitzgebuckelter Raukopf
    3. Blauender Kahlkopf
    4. Heu-Düngerling
    Auflösung zeigen

    psilocybinhaltig

    Blauender Kahlkopf Psilocybe cyanescens

    Woran man ihn erkennt. Der wellige Hutrand, das dunkle Sporenpulver und der Standort auf Holzhäcksel passen zum Blauenden Kahlkopf. Die blaue Verfärbung allein hätte nichts bewiesen.

    Warum das zählt. Enthält Psilocybin und ist verboten. Er kann direkt neben dem Gift-Häubling wachsen. Ohne Sporenpulver sehen beide einander ähnlich, und ein Büschel kann aus beiden Arten bestehen.

  5. Illustration: zwei sehr kleine ockerbraune Pilze mit beweglichem Ring am Stiel in einem Gartenbeet
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 5 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    Gartenbeet mit Kompost und Holzhäcksel
    Hut
    unter 3 cm, kegelig bis glockig, ockerbraun
    Stiel
    dünn, mit beweglichem häutigem Ring
    Sporenpulver
    rostbraun
    1. Pholiotina rugosa
    2. Spitzkegeliger Kahlkopf
    3. Gezonter Düngerling
    4. Blauender Kahlkopf
    Auflösung zeigen

    tödlich giftig, Amatoxine

    Pholiotina rugosa früher Conocybe filaris

    Woran man ihn erkennt. Der bewegliche Ring am dünnen Stiel und das rostbraune Sporenpulver führen zu Pholiotina rugosa. Kahlköpfe tragen keinen solchen Ring.

    Warum das zählt. Enthält Alpha-Amanitin, ein Amatoxin. Der Pilz ist klein und unscheinbar und wächst in Beeten, Kompost und Holzhäcksel, mitten in Gärten und Parks.

  6. Illustration: drei kleine weiße seidige Pilze mit spitzem Buckel an einem Waldweg mit Laub
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 6 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    Wegrand unter Laubbäumen, Juli
    Hut
    1 bis 4 cm, weiß, seidig-faserig, spitzer Buckel
    Stiel
    weiß, kein Ring
    Sporenpulver
    ockerbraun
    1. Heu-Düngerling
    2. Erdblättriger Risspilz
    3. Spitzkegeliger Kahlkopf
    4. Gift-Häubling
    Auflösung zeigen

    giftig, Muskarin

    Erdblättriger Risspilz Inocybe geophylla

    Woran man ihn erkennt. Der weiße, seidig-faserige Hut mit Buckel, das ockerbraune Sporenpulver und der Standort am Weg unter Bäumen passen zum Erdblättrigen Risspilz.

    Warum das zählt. Enthält Muskarin. Nach 15 bis 30 Minuten kommen starker Speichelfluss, Schwitzen und Tränenfluss. Die meisten Risspilze enthalten Muskarin, einige wenige dagegen Psilocybin, und die Verwechslungsgefahr zwischen ihnen gilt als sehr hoch.

  7. Illustration: drei zimtbraune Pilze mit dunklem Randband am Hut auf einem Komposthaufen mit Stroh
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 7 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    Komposthaufen und gedüngter Rasen
    Hut
    1,5 bis 6 cm, zimtbraun, dunkles Band am Rand
    Lamellen
    schwarz gesprenkelt
    Sporenpulver
    schwarz
    1. Gezonter Düngerling
    2. Heu-Düngerling
    3. Pholiotina rugosa
    4. Erdblättriger Risspilz
    Auflösung zeigen

    psilocybinhaltig

    Gezonter Düngerling Panaeolus cinctulus

    Woran man ihn erkennt. Das dunkle Band am Hutrand, die gesprenkelten Lamellen und das schwarze Sporenpulver passen zum Gezonten Düngerling. Der Heu-Düngerling ist ähnlich, sein Sporenpulver aber dunkelbraun.

    Warum das zählt. Enthält Psilocybin. Eine Schweizer Studie fand ihn neben dem Spitzkegeligen Kahlkopf als einzige psilocybinhaltige Art, die in Mittel- und Nordeuropa in größeren Mengen vorkommt. In der Schweiz ist die Gattung Panaeolus ausdrücklich verboten.

  8. Illustration: zwei rostorange Pilze mit spitzem Buckel zwischen Torfmoos im Fichtenwald
    Illustration, kein Bestimmungsfoto

    Runde 8 von 8

    Welcher Pilz ist das?

    Fundort
    Torfmoos im Fichtenwald, September
    Hut
    3 bis 8 cm, rostorange, spitzer Buckel
    Stiel
    keulig, mit gelben Gürteln
    Sporenpulver
    rostbraun
    1. Blauender Kahlkopf
    2. Gift-Häubling
    3. Gezonter Düngerling
    4. Spitzgebuckelter Raukopf
    Auflösung zeigen

    tödlich giftig, Orellanin

    Spitzgebuckelter Raukopf Cortinarius rubellus

    Woran man ihn erkennt. Der spitze Buckel, die gelben Gürtel am Stiel, das rostbraune Sporenpulver und der Standort im Moos unter Fichten passen zum Spitzgebuckelten Raukopf.

    Warum das zählt. Orellanin schädigt die Nieren. Beschwerden können erst Tage bis etwa drei Wochen später beginnen. 1996 beschrieben Ärzte aus Wien den Fall einer Person, die auf einen Rausch durch Zauberpilze hoffte, einen Raukopf aß und ein dauerhaftes Nierenversagen erlitt.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wachsen nur wenige Pilze, die Psilocybin in nennenswerter Menge bilden. Eine Schweizer Untersuchung von über hundert europäischen Arten fand nur zwei, die in Mittel- und Nordeuropa in größeren Mengen vorkommen: den Spitzkegeligen Kahlkopf und den Gezonten Düngerling. Dazu kommen der Blauende Kahlkopf auf Holzhäcksel und einige seltenere Arten.

Das Problem ist das, was daneben wächst. Auf denselben Wiesen, Beeten und Mulchflächen stehen kleine braune Pilze, die Amatoxine, Muskarin oder Orellanin enthalten. Der Gift-Häubling wächst auf Holz und Rindenmulch, kann direkt neben dem Blauenden Kahlkopf stehen und schädigt die Leber. Ein Raukopf aus dem Fichtenwald hat 1996 in Österreich einen Menschen, der Zauberpilze suchte, dauerhaft die Nierenfunktion gekostet.

Was der Trainer zeigt

Die acht Runden oben beruhen auf echten Merkmalen aus Fachquellen: Fundort, Hut, Stiel und Farbe des Sporenpulvers. Wer sie alle richtig hat, kann trotzdem keinen wilden Pilz sicher bestimmen. Die Bilder sind Illustrationen, die Hinweise sind vereinfacht, und in der Natur fehlt oft genau das Merkmal, das den Unterschied macht. Selbst Fachleute brauchen dafür oft Mikroskop oder DNA. Eine Studie von 2022 hat 94 Belege aus wissenschaftlichen Sammlungen per DNA nachbestimmt und fand viele Fehlbestimmungen, teils sogar auf Gattungsebene.

Warum die Blaufärbung und das Sporenpulver allein nichts beweisen, steht unter Sicher bestimmen. Was zu tun ist, wenn jemand einen unbekannten Pilz gegessen hat, steht unter Notfall: Giftnotruf anrufen, Reste aufheben, nicht abwarten.

Rechtslage in drei Sätzen

In Deutschland und der Schweiz sind Pflücken, Besitz und Anbau psilocybinhaltiger Pilze verboten. In Österreich stellt das Suchtmittelgesetz die Weitergabe und den Anbau dieser Pilze ausdrücklich unter Strafe. Die Einzelheiten mit Gesetzesstellen stehen unter Rechtslage; legal im Handel sind frische Trüffel nur in den Niederlanden.

Vergleich

Doppelgänger-Matrix: giftig oder psilocybinhaltig

Vereinfachte Übersicht nach den Quellen auf den Artenseiten. Sie zeigt, wie sehr sich die Arten in Einzelmerkmalen überschneiden, und ist keine Bestimmungshilfe.

ArtFundortHutRingSporenpulverBlau an DruckstellenInhaltsstoff
Spitzkegeliger KahlkopfPsilocybe semilanceata Weiden, Wiesen0,5 bis 1,5 cm, spitz, Papilleneindunkel purpurbraunoft an der StielbasisPsilocybin
Blauender KahlkopfPsilocybe cyanescens Holzhäcksel, Parks1,5 bis 5 cm, wellignein, zarter Schleierschwarzbraun bis purpurja, deutlichPsilocybin
Gezonter DüngerlingPanaeolus cinctulus Kompost, gedüngter Rasen1,5 bis 6 cm, dunkles Randbandneinschwarznicht typischPsilocybin
Gift-HäublingGalerina marginata Holz, Rindenmulchbis 4 cm, honigbraunfaserige Ringzonehell- bis rostbraunneinAmatoxine
Pholiotina rugosafrüher Conocybe filaris Beete, Kompost, Häckselunter 3 cm, ockerbraunbeweglicher RingrostbraunneinAmatoxine
Erdblättriger RisspilzInocybe geophylla Wegränder unter Bäumen1 bis 4 cm, weiß, BuckelneinockerbraunneinMuskarin
Spitzgebuckelter RaukopfCortinarius rubellus Moos unter Fichten3 bis 8 cm, rostorange, BuckelGürtel am StielrostbraunneinOrellanin
Heu-DüngerlingPanaeolina foenisecii gemähter Rasen1 bis 3 cm, halbglockigneindunkelbraunneinumstritten

Notfall

Pilz gegessen? Giftnotruf anrufen, nicht abwarten

  1. Bei Atemnot, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit: 112, in Österreich und der Schweiz auch 144.
  2. Sonst sofort den Giftnotruf anrufen, auch ohne Beschwerden.
  3. Pilzreste, Speisereste und Erbrochenes aufheben.
  4. Kein Erbrechen auslösen, keine Milch, kein Salzwasser.

Alles zum Notfall

Deutschland

Österreich

Schweiz

  • Tox Info Suisse145

Alle Stellen sind rund um die Uhr erreichbar. Quellen auf der Notfallseite.

Nur für einen Aufenthalt in den Niederlanden

Nur in den Niederlanden legal: Trüffel

Wilde Zauberpilze sind auch in den Niederlanden verboten. Frische Trüffel dagegen dürfen dort laut Hoge Raad frei gezüchtet und verkauft werden. Sie werden unter Sortennamen in Stärken von mild bis stark angeboten. Nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz mitnehmen darf man sie nicht.

  1. Mild bis mittel

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    Der Shop beschreibt Mexicana als mild bis mittelstark und für eine erste Erfahrung gedacht.

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  2. Stark

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Einordnung nach den Produktbeschreibungen von Avalon Magic Plants. Verkauf nur an Erwachsene ab 18. Rechtliches unter Rechtslage.

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